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Wie der Bielbach in Sörmitz zu seinem Namen kam

  • Für Kinder neu erzählt
  • Überlieferte Fassung

Zwischen Sörmitz und Hermsdorf fließt ein kleiner Bach. Dort lebte einmal eine Ente. Ein Mädchen kam oft an ihr vorbei, und mit der Zeit wurden die beiden Freunde.
Sobald die Ente das Mädchen sah, schwamm sie ans Ufer und schnatterte fröhlich. Sie ließ sich sogar streicheln.
Eines Tages war es bitterkalt. Schnee bedeckte die Wiesen, und auf dem Bach schwammen schon dünne Eisschollen.
Als das Mädchen seine Freundin begrüßte, schnatterte die Ente ganz aufgeregt. Was war nur los?
Da entdeckte das Mädchen einen Fuchs. Er versteckte sich in der Nähe und wartete darauf, die Ente zu fangen.

Doch das Mädchen hatte eine Idee. Es schob die Ente vorsichtig zurück ins Wasser. Dort konnte sie an den Stellen schwimmen, die noch nicht zugefroren waren.
Der Fuchs schlich bis dicht an den Bach. Er schaute nur auf die Ente. Dabei merkte er nicht, dass sein buschiger Schwanz ins Wasser hing.
Es war so kalt, dass das Wasser um seinen Schwanz gefror. Als der Fuchs sich bewegen wollte, saß er fest!
Schnell holte das Mädchen die Ente aus dem Wasser und nahm sie auf den Arm.
„Keine Angst, meine Biele!“, sagte es. „Ich bringe dich in Sicherheit.“
Dann trug es seine Freundin nach Hause.
„Biele“ ist in dieser Geschichte ein anderes Wort für „Entchen“. Deshalb, so erzählt die Sage, heißt der Bach seitdem Bielebach – oder kurz Bielbach.

Wenn man den Weg von Sörmitz nach Hermsdorf geht, überquert man auf der Straße einen kleinen Bach.
An diesem lief oft ein kleines Mädchen vorbei, wenn es spazieren ging, oder etwas zu erledigen hatte. Sie hatte Freundschaft geschlossen mit einer hübschen Ente, die dort am Bache lebte.
Wenn das Mädchen am Bach vorbeikam, schnatterte die Ente fröhlich, begab sich ans Ufer und ließ sich von dem Mädchen streicheln.
An einem sehr, sehr kalten Wintertag, die Bäume ächzten unter der Last des Schnees, das Bächlein war an einigen Stellen schon mit einer dünnen Eisschicht überzogen, kam das Mädchen am Bach vorbei und begrüßte die Ente. Doch das Mädchen spürte gleich, daß die Ente anders als üblich war und nur ängstlich schnatterte.

Zwischen Sörmitz und Hermsdorf fließt er gemächlich Richtung Mulde - der Döbelner Bielbach.

Bald bemerkte das Mädchen auch mit Entsetzen, warum dies so war. In der Nähe lauerte der Fuchs, der darauf wartete, daß das Mädchen weiterging, um sich als Braten die Ente zu holen. Das Mädchen dachte sich eine List aus. Es schob die sich sträubende Ente wieder ins Wasser, als wolle sie dem Fuchs den Braten reichen. Die Ente ruderte ängstlich in den noch nicht zugefrorenen Stellen des Wassers. Der Fuchs lauerte unmittelbar am Wasserrand und sein buschiger Schwanz hing im Wasser, das langsam gefror und der Fuchs samt eingefrorenem Schwanz in der Falle saß.
Nun nahm das Mädchen die Ente aus dem Wasser, streichelte sie beruhigend mit den Worten, keine Angst meine Biele und ging mit ihr nach Hause. Da Biele soviel wie Entchen heißt, trägt seit dieser Zeit der Bach den Namen Bielbach.

mündlich tradiert