Wirtschaft im Wandel: Systemwechsel auf dem Firmenschild
Die Tatsache, dass ein und dieselbe Firma in unterschiedlichen Systemen mit verschiedenen Namen auftaucht, ist kein Zufall – sondern eher das Ergebnis einer ziemlich bewegten deutschen Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Döbeln kräftig umbenannt. Viele Betriebe enteignete man gleich nach dem Krieg und ein neuer Name sollte die Abkehr von der bürgerlich-kapitalistischen Wirtschaftsordnung zeigen und den Neubeginn im Arbeiter- und Bauernstaat verdeutlichen. Aus der Landmaschinenfabrik Franz Richter wird der VEB „Rotes Banner“. Nomen est omen.
Spätestens 1972 mit einer Welle der Zwangsverstaatlichung bisher noch privater Betriebe in der DDR und damit auch in Döbeln folgte wieder eine Welle der Umbenennungen, die den Neuanfang sichtbar machen sollten.
Die Transformation der VEB zurück zu GmbHs erfolgte dann gleich nach der Wende und war ein zentraler Bestandteil der Privatisierung durch die Treuhandanstalt nach der Wende 1990. Für einige Döbelner Firmen bedeutete das, dass sie ihren alten Namen zurückerhielten. Leider gelang für das Gros der Betriebe diese „Wiederauferstehung“ nicht. Durch 40 Jahre Mangelwirtschaft waren viele Betriebe so ruiniert, dass an eine Ankunft in der Marktwirtschaft nicht zu denken war. Die fehlende Wettbewerbsfähigkeit führte zu Massenentlassungen und zur Liquidation durch die Treuhandanstalt. Döbeln durchlebte die größte Wirtschaftskrise seiner Geschichte.
Die Tatsache, dass ein und dieselbe Firma in unterschiedlichen Systemen mit verschiedenen Namen auftaucht, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis einer bewegten deutschen Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Döbeln kräftig umbenannt. Enteignungen sollten die Abkehr von der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung zeigen.
Mit der Verstaatlichungswelle 1972 und der späteren Transformation durch die Treuhandanstalt 1990 folgten weitere Umbrüche. Während Traditionsnamen zurückkehrten, bedeutete das Ende der Planwirtschaft für viele Betriebe aufgrund fehlender Wettbewerbsfähigkeit die Liquidation – Döbeln durchlebte hierbei seine größte Wirtschaftskrise.
Liebert & Gürtler
Landmaschinenfabrik Franz Richter
G.F. Görlt & Söhne
Gebr. Tümmler Maschinenfabrik
Möbelfabrik Franz Dyhrsen
Döbelner Parkettfabrik Julius Größler
Gebr. Petzold
Pianofortefabrik F.W. Werner
Döbelner Faßfabrik
Spezialfabrik Kessler & Herold
Fa. Max Habenicht
Hiehle & Tischer
Haupt & Ihrke
Döbelner Chemische Fabrik Oswald Greiner
Seifenfabrik Hermann Otto Schmidt
Emaillepech-Fabrik Schwerdtfeger & Böttger
Chemische Fabrik Eduard Saupe
Weiss Co. KG
Hans Seidel
Werkstätten für Elektrowärmetechnik
Otto & Geyer
Werner Partzsch
Schokoladenfabrik Clemen & Sohn
Fleisch- und Wurstwarenfabrik Alfred Lindner GmbH
Zuckerfabrik Döbeln AG
Brauereiwesen Döbeln
Arno Schönfeld
Süßwarenfabrik Döbeln
Zigarrenindustrie
Molkerei Döbeln
Konsumbäckerei Döbeln
Spirituosenfabrik Emil Roßberg
Daniel Becksche Lederfabrik
Hausschuh-Fabrik Döbeln
Döbelner Reform-Korsettfabrik
Weiß- und Sämischgerberei Zaak
© Michael Höhme, "Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Quellen:
Pressausschuss für das Heimatfest (Hg.): Aus der Heimat. Festschrift zum Heimatfest. Döbeln 20.-22. Juni 1914
Stockmann, Gottfried: Die Stadt Döbeln als Standort der Industrie. Borna Leipzig 1928
Stadt Döbeln und AG Heimatfreunde (Hg.): Döbelner Chronik – 1871-1999. Beucha 1999
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Döbeln und seine Traditionsbetriebe
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Döbeln und seine Industriegeschichte
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Döbeln und seine Industriepioniere
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