Döbelner Reform-Korsettfabrik
Die Döbelner Reform-Korsettfabrik ging auf den Mechanikermeister Eduard Rühle zurück. Er betrieb am damaligen Theaterplatz (heute Bahnhofstraße 1, Augenoptik Sandow) ein Nähmaschinen- und Fahrradgeschäft sowie eine mechanische Werkstatt. Im Jahr 1894 eröffnete er im Hinterhof seines Hauses gemeinsam mit dem Roßweiner Korsettfabrikanten Gierke eine kleine Korsettfabrikation, in der zunächst zwölf Näherinnen beschäftigt waren.
Bereits 1896 wurde der Betrieb aus Roßwein nach Döbeln verlegt und von Rühle und Gierke gemeinsam geführt. Doch schon ein Jahr später trennten sich die beiden Unternehmer wieder, nachdem Gierke in Leisnig eine Furniturenfabrik gegründet hatte. Eduard Rühle führte die Korsettfabrik in Döbeln daraufhin allein weiter.
Um 1900 begann die Herstellung eines Korsetts mit dem sorgfältigen Vermessen der Kundin. Ein Korsett sollte den Körper formen, ohne die Beweglichkeit vollständig einzuschränken, weshalb genaue Maße entscheidend waren. Anschließend wurde ein Schnittmuster erstellt, das meist aus mehreren Stoffbahnen bestand, um die gewünschte Silhouette zu erreichen.
Als Materialien verwendete man robuste Stoffe wie Baumwolle oder Coutil, ein besonders fest gewebtes Gewebe. Die einzelnen Stoffteile wurden zugeschnitten und anschließend zusammengenäht. In die entstehenden Kanäle setzte man schmale Stäbe – sogenannte Fischbeine oder später auch Stahlstäbe – ein, die dem Korsett Stabilität verliehen.
Vorne wurde häufig eine stabile Metallschließe, der sogenannte Busk, eingearbeitet, während auf der Rückseite Ösen angebracht wurden, durch die eine Schnürung geführt wurde. Diese ermöglichte es, das Korsett eng an den Körper anzupassen. Zum Abschluss wurden Kanten versäubert, Verzierungen wie Spitze oder Stickereien angebracht und das fertige Korsett sorgfältig geprüft.
Das Ergebnis war ein aufwendig gearbeitetes Kleidungsstück, das sowohl funktional als auch ästhetisch den Modevorstellungen der Zeit entsprach.
Das Geschäft Rühles entwickelte sich erfolgreich: 1897 wurden die Döbelner „Spezial-Corsets“ auf der Leipziger Messe mit einem Preis ausgezeichnet. Innerhalb von fünf Jahren stellte das Unternehmen rund 60 000 Korsetts her. Im Oktober 1899 begann unter der Firmierung Döbelner Corsetfabrik Eduard Rühle schließlich die Großproduktion.
li.: Eduard Rühles Geschäft an Theaterplatz (heute Bahnhofstraße 1) ca. 1910 / re.: Aufnahme aus ähnlicher Perspektive 2025
Im Jahr 1913 trat Willy Jehmlich in die Firma ein und wurde zu einem wichtigen Partner Rühles. Jehmlich hatte von 1902 bis 1905 in seiner Heimatstadt Marienberg im Erzgebirge bei der Firma Benirschke den Beruf in der Korsettbranche erlernt. Anschließend arbeitete er zunächst als Lagerist, später als selbstständiger Kaufmann und erweiterte seine Fachkenntnisse in der Corsetfabrik Bleicher & Co. in Oelsnitz. 1913 kam er nach Döbeln und begann bei Eduard Rühle als Buchhalter und Reisender.
Die ursprünglichen Räume im Hinterhof am Theaterplatz reichten bald nicht mehr aus, sodass ein Umzug notwendig wurde. Am 6. Oktober 1919 nahm die Firma ihre Arbeit in einem neuen Fabrikgebäude in der Chemnitzer Straße auf (später Greinerstraße, heute Eichbergstraße 9). Einige Jahre später kam es zu weiteren Veränderungen in der Unternehmensführung: 1922 schied Eduard Rühle aus Altersgründen aus dem Betrieb aus, drei Jahre später folgte sein Sohn Gerhard, der zuvor eine Zweigfiliale geleitet hatte. Willy Jehmlich, der bereits seit 1914 Teilhaber war, führte das Unternehmen nun allein weiter. Die Firma firmierte fortan unter dem Namen Döbelner-Reform-Corset-Fabrik Rühle & Jehmlich, aus dem sich der Markenname Reco ableitete.
Nach dem Umzug in den Döbelner Westen produzierte man zuerst im Gebäude der dort ansässigen Möbelfabrik (Originalfoto ca. 1919 und eine KI-gestützte Restauration des Fotos).
Mitte der 1920er-Jahre nahm das Unternehmen eine gute Entwicklung. 1925 arbeiteten bereits 130 Beschäftigte in der Fabrik, dazu kamen etwa 40 Heimarbeiterinnen. Eduard Rühle, der sich schon 1920 ins Privatleben zurückgezogen hatte, starb 1927 im Alter von 70 Jahren. Bereits seit 1926 war Willy Jehmlich Alleininhaber der Firma. Er kaufte das benachbarte Grundstück der Lampenfabrik Otto & Geyer, erweiterte das Fabrikgebäude um einen großen Nähsaal und errichtete auf dem Firmengelände ein Wohnhaus. Das Unternehmen firmierte nun als Döbelner-Reform-Corset-Fabrik Willy Jehmlich.
(1) Ausschnitt aus dem Briefkopf mit der Darstellung des neuen Fabrikareals (bearbeitet) / (2) Foto der ehemaligen Fabrik aus ähnlicher Perspektive (2023)
Die Produkte der Marke Reco hatten einen guten Ruf. Das Sortiment wurde erweitert, sodass schließlich in zwei Nähsälen rund 200 Arbeitskräfte beschäftigt waren. Zusätzlich nahm die Firma die Herstellung von Damenunterwäsche auf, darunter auch Hemdhöschen. Willy Jehmlich war häufig unterwegs, um neue Aufträge zu akquirieren. Seine Waren lieferte er an Korsettgeschäfte, Versandfirmen sowie an die Internationale Warenvertriebsgesellschaft Leipzig.
Die "Leipziger Zeitung und Handelsblatt für Sachsen" veröffentlichte am 31. Januar 1921 unter der Überschrift "Heiteres in ernster Zeit" eine Begebenheit, die ganz Döbeln zum Schmunzeln brachte. Zwischen zwei Döbelner Bürgern, einem Hauswirt, es war Fabrikant Willy Jehmlich, und seinem Mieter, dem Oberlehrer Schaller, war es zu Differenzen gekommen. Schaller, als passionierter Klavierspieler, hatte öfters die Ruhestunde seines Hauswirtes gestört. Dieser wiederum hatte mit seinen Legehühnern für Unmut bei seinem Mieter gesorgt, da diese in seinen Garten eingedrungen waren. In seinem Unwillen wandte sich der Lehrer am Realgymnasium mit folgendem Schreiben an seinen Hauswirt:
"Herrn Jehmlich, hier.
Ich ersuche Sie, die von Ihren Hühnern angerichtete Verunreinigung des Haustürensteins beseitigen zu lassen, da der Hauseingang bekanntlich nicht als Aufenthaltsort für Hühner vorgesehen ist. Auch bitte ich dringend, Ihren Hühnern den Aufenthalt in unserem Garten zu verbieten, damit ich nicht Zwangsmaßnahmen ergreifen muss.
Oberlehrer Schaller."
Dieser Aufforderung kam der Briefempfänger umgehend nach. Er ließ am Gartenzaune, der den Hühnern als Einfallstor in den nachbarlichen Garten diente, Plakate anbringen, die das Schreiben des Mieters nebst folgender Verwarnung enthielten:
"An mein Hühnervolk! Im Anschluss an obiges Schreiben verbiete ich Euch hiermit den Zutritt zu Schallers Garten, damit Herr Schaller nicht gezwungen ist gegen Euch Zwangsmaßnahmen zu ergreifen.
Jehmlich."
Dieser Anschlag am Gartenzaune erregte unter den Vorübergehenden an der damaligen Chemnitzer Straße (heute Eichbergstraße) große Heiterkeit und bildete das Stadtgespräch unter der Döbelner Bürgerschaft. Der Mieter fühlte sich wiederum in seiner Ehre gekränkt, zumal ein Schüler diesen heiteren Vorfall im Gymnasium zum Besten gab. Der Mieter klagte vor dem Gericht und bekam sogar Recht. Dem Hauseigentümer legte das Gericht 30 Mark Strafe auf, die er fröhlichen Herzens bezahlte.
Die Zeitung mahnte, dass man bei der Abfassung von Briefen doch größte Aufmerksamkeit anwenden solle.
Großer Nähsaal, 1920er Jahre (Originalfoto und KI-gestützte, kolorierte Restauration)
1933 gründete er außerdem in Leipzig die Versandfirma „Ariga“, in der etwa 100 Reisedamen tätig waren. Diese warben durch den Verkauf von Maßmiedern neue Aufträge für den Döbelner Betrieb ein.
Trotz dieser Expansion musste das Unternehmen zwischen 1927 und 1939 immer wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten bewältigen. Die Produktion von Unterwäsche erwies sich als zu kostspielig und wurde schließlich eingestellt. Stattdessen erweiterte die Firma ihr Sortiment um medizinische Artikel für Sanitätshäuser und Bandagisten.
Trotz dieser Expansion musste das Unternehmen zwischen 1927 und 1939 immer wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten bewältigen. Die Produktion von Unterwäsche erwies sich als zu kostspielig und wurde schließlich eingestellt. Stattdessen erweiterte die Firma ihr Sortiment um medizinische Artikel für Sanitätshäuser und Bandagisten.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geriet der Betrieb erneut unter Druck. Willy Jehmlich verweigerte die Produktion von Fallschirmen, woraufhin bis auf zehn Näherinnen alle übrigen Beschäftigten in Döbelner Rüstungsbetriebe dienstverpflichtet wurden. Dadurch sank die Leistung der Korsettproduktion stark, und die Stilllegung der Firma drohte. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wurde die Produktion zunehmend auf medizinische Artikel wie Bandagen umgestellt. Freigewordene Räume nutzten zudem ausgebombte Betriebe der Berliner Fahrzeugindustrie.
Nach Kriegsende stellte die Fabrik vor allem Miederwaren in Einzelanfertigung aus Kundenmaterial her. Mangels Rohstoffen wurden verschiedenste Stoffe verwendet, darunter Tisch- und Wischtücher, Brokatstoffe oder sogar Zuckersäcke. Die Materialien besorgte häufig Dorothea Schmidt, die Tochter von Willy Jehmlich, die sie in einem Rucksack aus dem Westen über die Grenze brachte und sich dabei oftmals gefährlichen Situationen aussetzte. Um Energie zu sparen, wurde in der Fabrik häufig nachts genäht, oft sogar in ungeheizten Räumen.
Noch 1945 sollte der Betrieb auf Befehl der sowjetischen Militäradministration enteignet werden. Da Willy Jehmlich jedoch kein Mitglied der NSDAP gewesen war und sein mutiges Auftreten gegen das nationalsozialistische Regime bekannt war, wurde die Maßnahme wieder rückgängig gemacht. Viele frühere Mitarbeiter konnten daraufhin wieder eingestellt werden. Gleichzeitig musste die Firma für sowjetische Armeeangehörige Unterhosen aus Barchent nähen. Heimlich fertigten die Arbeiterinnen aus Stoffresten auch Brusthalter an. Als sowjetische Offiziere bemerkten, dass nur ein Teil des Materials wie vorgesehen verwendet wurde, kam es zu heftigen Diskussionen, die jedoch ohne Folgen für den Betrieb blieben.
Im Oktober 1949 übergab Willy Jehmlich die Leitung der Firma an seine Tochter Dorothea Schmidt. Er selbst zog sich mit seiner Frau nach Radebeul zurück, wo er am 30. August 1954 starb. Dorothea Schmidt hatte im elterlichen Betrieb von Grund auf alle Tätigkeiten erlernt und vom Vater Prokura erhalten. Ihr Ehemann Werner Schmidt stammte aus einer Seifenfabrikantenfamilie, deren Unternehmen nach dem Krieg enteignet worden war. Seit 1951 arbeitete er als Zuschneider im Betrieb seiner Frau. Für das Unternehmen erwies sich dies als großer Vorteil: Gemeinsam mit dem Betriebsmechaniker entwickelte Werner Schmidt verschiedene Maschinen, darunter Bänderschneidemaschinen sowie aus einem alten Grammophon einen Rundstepper. Durch diese Automatisierung konnte eine Arbeitskraft nun drei bis vier Maschinen bedienen, während zusätzliche Geräte die Arbeit der Näherinnen erleichterten. Für diese Entwicklungen wurden Gebrauchsmusterschutzrechte erteilt, und Lizenzen gingen an andere Betriebe. In Döbeln entstanden so wichtige Impulse für die gesamte Branche.
Näherinnen bei der Fertigung von BHs in den 50er Jahren*
Diese positiven Nachrichten wurden immer mehr von einer ideologiegetriebenen DDR-Wirtschaftspolitik überschattet. Die Hoffnung vieler Unternehmer, dass der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 politische und wirtschaftliche Reformen bringen würde, erfüllte sich nicht. Stattdessen verstärkte der Staat die Benachteiligung der verbliebenen Privatbetriebe. Ab 1953 kündigte der sozialistische Handel der Firma mehrere Verträge, und ein Teil der Belegschaft wurde auf volkseigene Betriebe verteilt. Dennoch gelang es der Familie Schmidt gemeinsam mit dem Prokuristen Hausmann, das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen. Reco-Produkte wurden weiterhin auf der Leipziger Messe präsentiert und fanden im In- und Ausland guten Absatz. Die Miederwaren wurden unter anderem in die Tschechoslowakei, in die Sowjetunion und nach Frankreich geliefert. Sogar nach Ghana wurde exportiert. In der Bundesrepublik Deutschland erschienen Reco-Produkte in den Versandkatalogen von Neckermann und Otto, in der DDR verkaufte man sie in den Exquisit-Geschäften.
Neben Miederwaren entwickelte der Betrieb auch medizinische Bandagen sowie Spezial-BHs mit Epithesen für brustamputierte Frauen. Werner Schmidt arbeitete dazu mit einer Arbeitsgruppe von Orthopädiemeistern zusammen und war außerdem Gutachter beim Amt für Mess- und Warenprüfung. Auch bei der Entwicklung neuer BH-Größen wurde die Firma maßgeblich beteiligt.
Durch den Export in die Bundesrepublik erhielt das Unternehmen Devisenboni, mit denen Spezialmaschinen für elastische Artikel importiert werden konnten, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Dennoch versuchten Funktionäre der DDR-Planwirtschaft immer wieder, den Privatbetrieb zu benachteiligen und auf eine Verstaatlichung hinzuwirken. Da der Druck immer stärker wurde und man den Betrieb bei der Materialzuteilung zunehmend benachteiligte, entschloss sich die Betriebsleitung am 1. Januar 1968 zu einer staatlichen Beteiligung, um Qualitäts- und Lieferprobleme zu vermeiden. Trotz niedriger Stundenlöhne blieben viele Arbeitskräfte dem Unternehmen treu. Lehrlinge wurden weiterhin im Betrieb ausgebildet und soziale Maßnahmen blieben erhalten. Am 24. April 1969 feierte die Firma ihr 75-jähriges Bestehen.
VEB Reco-Mieder
Mit der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung der DDR nach dem 8. Parteitag der SED im Juni 1971 wurde jedoch die vollständige Verstaatlichung der verbliebenen Privatbetriebe beschlossen. Am 8. Februar 1972 ordnete das Politbüro die Überführung aller noch bestehenden Privatunternehmen in staatlichen Besitz an. Auch die Firma „Willy Jehmlich KG“ wurde verstaatlicht und dem VEB Reco-Mieder Roßwein unterstellt. Die Inhaberin Charlotte Schmidt wurde gezwungen, Maschinen und Gegenstände symbolisch für je eine DDR-Mark an den Staat zu verkaufen. 1974 musste das Ehepaar Schmidt außerdem das Wohnhaus auf dem Firmengelände verlassen.
Trotzdem durften beide weiterhin im Betrieb arbeiten. Aus der ehemaligen Inhaberin wurde eine staatliche Angestellte, die als Betriebsleiterin im Grunde dieselben Aufgaben erfüllte wie zuvor. Die DDR-Funktionäre waren sich bewusst, dass sie auf das Fachwissen des Ehepaars nicht verzichten konnten und hofften, dass die ehemaligen Besitzer weiterhin engagiert für den Betrieb arbeiten würden. Noch sechs Jahre lang leitete das Ehepaar Schmidt den Standort, bis es 1978 zur Zusammenlegung mit den Betrieben in Roßwein und Radebeul kam. Döbeln wurde dadurch zum Betriebsteil III des VEB Reco-Mieder Roßwein, der wiederum zum VEB Kombinat Trikotagen Karl-Marx-Stadt gehörte. Da abzusehen war, dass künftig kaum noch Entscheidungen in Döbeln getroffen werden können, gingen die Schmidts in den Ruhestand. Trotz staatlichen Verbots hielten sie weiterhin Kontakt zu ihren früheren Mitarbeiterinnen. Währenddessen verfiel das äußere Erscheinungsbild des Betriebes zunehmend, da wichtige Investitionen ausblieben.
Reco-Mieder GmbH
Nach der politischen Wende beantragte die Familie Schmidt die Rückübertragung des Unternehmens. Die Übernahme scheiterte jedoch daran, dass die Treuhandanstalt Altschulden in Höhe von 800 000 Mark aus dem ehemaligen VEB Reco-Mieder Roßwein geltend machte. Daher wurde einem Investitionsvorrangverfahren zugestimmt. 1990 entstand die Reco-Mieder GmbH, die 1993 einschließlich der Markenrechte von der Treuhand an die Otto-Thänert-Textil- und Kunststoff GmbH & Co. KG in Burgwedel verkauft wurde. Die neuen Eigentümer konzentrierten sich auf Medizinprodukte, wodurch ein Teil der erfahrenen Fachkräfte weiterbeschäftigt werden konnte und der Betrieb vor dem Verfall bewahrt blieb. Nach umfangreichen Investitionen entwickelte sich das Unternehmen unter dem Namen Reco-Orthopädische Hilfsmittel GmbH & Co. KG Döbeln weiter und stellte sich den Bedingungen der Marktwirtschaft.
Im Jahr 2008 verkauften die Eigentümer aus Altersgründen ihre Firmenanteile an die französische Unternehmensgruppe Thuasne. Diese beschloss 2011 die Stilllegung des Döbelner Werkes bis März 2013. Mit der Verlagerung der Produktion nach Rumänien verloren die zuletzt noch 45 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz, womit die lange Tradition der Döbelner Reco-Produktion endete.
© Michael Höhme, "Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Quellen:
Stockmann, Gottfried: Die Stadt Döbeln als Standort der Industrie. Borna Leipzig 1928, S. 140ff.
Materialsammlung Karlheinz Enzmann (nicht veröffentlicht)
Enzmann, Karlheinz: Miederwaren der besonderen Art – Reco orthopädische Hilfsmittel & Co. KG Döbeln. In: STIEFEL Das Stadt-MAGAZIN für Döbeln 09/2000, S. 5
Friedel, Günter: Reco-Mieder - aus Hinterhofnahstube zum Weltmarkt. Döbelner Allgemeine Zeitung, 11.04.2000, S. 16
Bildnachweis:
Werbeanzeige 1910 - Schwender, Carl Clemens: Döbeln in Sachsen in Wort und Bild. Döbeln 1910
Fotos Nähsaal – Stadtarchiv Döbeln
Alle Abbildungen/Fotos ohne Vermerk stammen aus der „Sammlung Döbeln“ von Michael Höhme.
*KI-gestützt restauriert
Grafische Darstellung Korsettproduktion KI-gestützt generiert
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Döbeln und seine Traditionsbetriebe
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Döbeln und seine Industriegeschichte
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Döbeln und seine Industriepioniere

